Archiv des Monats: Oktober 2019

Ökotheologie(n) feministisch und interreligiös

Sie sind Hoffnungsträger*innen unserer Zeit: die feministischen Streikenden vom 14. Juni und die jungen Klimaaktivist*innen. Beide Bewegungen fordern nicht weniger als einen Systemwandel, immer wieder auch Seite an Seite. Was verbindet die Klima- und Frauen*­bewegungen? Und: Was können die Theologie(n) beitragen zum Kampf um eine nachhaltige und emanzipatorische Welt? Mit diesen und weiteren Fragen setzt sich die neueste Ausgabe der Zeitschrift «Neue Wege» auseinander. Die Heftvernissage findet am Do, 7. November 2019, um 18.30 Uhr im Frauen*Zentrum Zürich statt.
Nähere Informationen zum Heft finden Sie hier.
In diesem Zusammenhang sei auch auf die Weiterbildung der IG hingewiesen, die sich ebenfalls dem Thema widmet und am Mo, 16. März 2020 in Bern stattfindet.

Frau vom November-Dezember 2019

Feministische Theologinnen im Porträt: Elke Kreiselmeyer, Gemeindeleiterin Pfarrei St. Stephan/Therwil

Welchen Stellenwert hat feministisches Gedankengut innerhalb deiner Arbeit?
Die Frage scheint mir falsch gestellt. Ich beanspruche als Frau Freiheit und das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Mir erscheint das völlig selbstverständlich, insofern bräuchte ich für mich alleine den Begriff «Feminismus» gar nicht. Aber wir brauchen ihn in einer patriarchalen und Frauen diskriminierenden römisch-katholischen Kirche und in einer Gesellschaft, in der zu viele Frauen und Männer noch immer definieren wollen, was Frausein und was Mannsein, was weiblich und was männlich sein soll. Weil ich für mich in dieser Freiheit denke und arbeite, fliesst da nichts ein, sondern alles ist so für mich.

Wie fliesst feministische Theologie in deine Arbeit ein und wie kommt sie bei deinen Adressat*innen an?
Wenn ich bete, bete ich auch zur EWIGEN und nicht nur, aber auch mal zum HERRN. Mein schönstes feministisches Projekt ist das Kunstprojekt in der Stephanskirche in Therwil. Am Samstag, den 16. November 2019 um 16 Uhr geben wir in einer Vernissage acht Amtsträgerinnen der frühen Kirche der Öffentlichkeit zurück, nachdem sie jahrhundertelang von einer Männerkirche ignoriert bzw. bewusst verdrängt und in den Bibelübersetzungen auch verfälscht und unterdrückt worden waren. Die Apostelin Junia, die Diakonin Phoebe, die Missionarin Priska, die Gemeindeleiterin Lydia, die Christusbekennerin Martha, die Apostelin der Apostel Maria von Magdala, die namenlose Prophetin, die Jesus salbte und die Täuferin und Apostelin Thekla werden endlich wieder sichtbar sein. Corinne Güdemann hat dieses Kunstwerk für unsere Kirche geschaffen. Helen Schüngel-Straumann hat in unserer Kunstkommission mitgearbeitet, ihr Buch «Eva und die Folgen» war für mich als junge Studentin ein echtes Erweckungserlebnis. Selber denken, alles hinterfragen, nichts kritiklos hinnehmen, das habe ich auch durch sie gelernt und für mich ganz neue Wege gefunden, die ich anderen heute – gerade in meiner Bildungsarbeit – noch so gerne weiterschenke.

Wie beurteilst du das Verhältnis von ‚Feminismus‘ und ‚Gender‘ und wie haben diese beiden Konzepte einen Einfluss auf dein Theologietreiben?
Ich weiss zu wenig über die Genderthematik. Aber wer weiss, vielleicht steht mir ja die Entdeckung noch bevor.

Braucht es in den Kirchen noch ‚Frauenförderung‘ oder ist die Gleichstellung der Geschlechter schon Realität?
Darf ich mal ganz laut lachen? In der römisch-katholischen Kirche ist noch ist nichts so weit weg von der Realität wie die Gleichstellung der Frauen …

Wie bekommen deine Überzeugungen Hand und Fuss?
Jeden Tag durch mich. Ich atme und ich lebe und ich bin.

Das Interview führte Esther Fischer Gisler, Oktober 2019

#JuniaInitiative lanciert

Engagierte Menschen aus Pfarreien und Gemeinschaften sowie Ordensfrauen und Seelsorger*innen, die sich in den sakramentalen Dienst der Kirche stellen möchten, haben sich zur #JuniaInitiative zusammengeschlossen. Mit ihrem Einsatz für die sakramentale Sendung von Frauen* geht die Initiative Schritte der Veränderung, die angesichts der jüngsten Erschütterungen der Kirche mehr als notwendig sind: Gleiche Würde muss zu gleichen Rechten führen. Unsere Kirche wird schöner und glaubwürdiger, wenn Frauen* gleichberechtigt einbezogen werden.
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