Archiv des Monats: Juni 2013

Liturgik jenseits des Geschlechts?

Öffentliche Tagung des Kompetenzzentrums Liturgik der Universität Bern am Freitag, 16. August 2013,Universität Bern, UniS, 9.15 bis 17.00 Uhr. «Weder Mann noch Frau»: Spielt es (k)eine Rolle, ob Männer oder Frauen den Gottesdienst leiten, der Eucharistie vorstehen? Welche Rolle spielen Körper und Körperlichkeit? Welche Gottesbilder dominieren? Wie kann liturgische Sprache inklusiv sein? Diese und andere Fragen wurden und werden seit rund 50 Jahren in der Liturgiewissenschaft und im Blick auf die konkrete Gestaltung von Gottesdiensten diskutiert, nicht zuletzt unter dem Einfluss von feministischer Theologie und Gendertheorie, von Befreiungstheologien sowie liturgischen Reformbemühungen in verschiedenen Kirchen. In der Folge hat sich die liturgische Praxis in den letzten Jahrzehnten vielerorts verändert.
Alle Infos zur Tagung findest Du im Flyer.

Stiftung Interfeminas

Die Stiftung Interfeminas bezweckt, Publikationen in Sachen Frauen- und Geschlechterforschung, Gleichstellung, feministische Zielsetzungen auf politischer, gesellschaftlicher oder kirchlich theologischer Ebene zu ermöglichen. Im Fokus steht somit die Unterstützung der verlegerischen Tätigkeit. Forschungsarbeiten oder die Erarbeitung von Manuskripten werden nicht unterstützt. Die Stiftung ist in der deutschsprachigen Schweiz tätig. Gesuche werden ausschliesslich via das online-Formular auf der Website www.interfeminas.ch akzeptiert.

Frau des Monats Juni 2013

Mit Sr. Pat Farrell, einer Franziskaner-Schwester wird eine Vertreterin von 46‘000 US-amerikanischen Nonnen, organisiert in rund 1500 Mitgliedsorganisationen, Frau des Monats Juni. Sie gehört der Führungscrew ihres Dachverbandes LCWR (Leadership Conference of Women Religious) an. Deren Kampf für Menschen in Bedrängnis und am Rand der Gesellschaft, ihr Einsatz dort, wo sie die Welt ruft, und ihre sorgfältige Reflexion der Zeichen der Zeit im Geiste des Zweiten Vatikanischen Konzils machen sdiese zu einer Säule der US-amerikanischen katholischen Kirche. Gleichwohl stehen die Ordensfrauen und insbesondere ihre Führung im Auge des Orkans, den die römische Glaubenskongregation im April 2012 ausgelöst hat. Deren Untersuchungsbericht wirft dem Dachverband gravierende lehrmässige Mängel in seinen Veranstaltungen vor und klagt ihn an, dass seine Positionen bezüglich Abtreibung, Priesterweihe für Frauen, Feminismus und Homosexualität von der katholischen Lehre abweichen.

Die Nonnen-Organisation hat nun gehofft, dass der neue Papst, der selber einem Orden angehört, mehr Verständnis für sie aufbringt und die Gängelung aufhebt. Vergeblich, denn kürzlich erst gab der Vatikan bekannt, dass Papst Franziskus am Entscheid seines Vorgängers festhält. Dies entgegen seines Namenspatrons Franz von Assisi, welcher Frauen als gleichwertige Partnerinnen anerkannt hatte. Klara von Assisi schrieb damals die erste Ordensregel von Frauen für Frauen. Diese war für ihre Zeit erstaunlich demokratisch ausgestaltet.

Ein dreiköpfiges bischöfliches Gremium unter der Leitung des Erbischofs von Seattle soll nun zum Rechten schauen. Es kann in den nächsten fünf Jahren in alle Vorgänge der Organisation eingreifen, neue Statuten erzwingen sowie Schriften, künftige Aktivitäten und Stellung-nahmen zensurieren.Die LCWR-Leitung weist die vom Vatikan erhobene Kritik als unbegründet zurück. Die Vorwürfe der Römischen Glaubenskongregation hätten keine substanzielle Basis und seien das Resultat eines mangelhaften und intransparenten Untersuchungsverfahrens.

Für ihr Engagement und ihren Widerstand erhielt Sr. Pat Farrell stellvertretend den Herbert-Haag-Preis 2013 für Freiheit in der Kirche. Ihre Rede anlässlich der Preisverleihung im April 2013 kann hier nachgelesen werden: http://www.herberthaag-stiftung.ch

(Dieses Portrait wurde verfasst von Esther Gisler Fischer.)